Ständig passiert viel mehr, als ein Kabarettist in einem abendfüllenden Programm verarbeiten kann. Ich werde es trotzdem versuchen!
Ermuntert werde ich dazu durch den doch respektablen Erfolg meiner bisherigen Programme, wie man zum Beispiel in Westfalenpost und Westfälischer Rundschau nachlesen kann.
In meinem fast täglich aktualisierten Programm würdige ich alle wichtigen Ereignisse in der heimischen Region und sogar darüber hinaus. Dabei deckte ich bisher unbekannte Verbindungen zwischen Globalisierung und Kirchturmpolitik auf, frage nach dem Zusammenspiel von Charakter und Pomade und analysiere zum Beispiel den Zusammenhang zwischen Föderalismus und Schlaglöchern. Mit Weitsicht, aber auch Güte versuche ich, für jedes Problem einen Schuldigen zu finden.
Und damit der Abend nicht zu traurig wird, lese ich zwischendurch die eine oder andere meiner Kurzgeschichten vor, in denen ich die brisantesten Fragen der Menschheit einer Antwort näher gebracht habe.
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Demokratische Rechte, wie wir sie heute haben und manchmal gar nicht mehr wahrnehmen, gab es während der Nazi-Diktatur nicht. Das Recht auf Meinungsfreiheit war - wie eigentlich alle Menschenrechte - außer Kraft gesetzt. Eine Meinung zu haben, die nicht der Meinung des Diktators entsprach, war gefährlich. Sie zu äußern, sogar lebensgefährlich.
Trotzdem haben nicht alle Menschen in Deutschland geschwiegen. Viele haben es mit mehrdeutigen Witzen, Liedern oder Kabarett-Stücken gewagt, gegen den Terror zu opponieren. Und die Mächtigen hatten Angst davor. Mit allen Mitteln versuchten sie diese Stimmen zum Verstummen zu bringen. Was ihnen aber nicht gelang. Selbst in den KZ wurden Protestlieder gesungen.
Zusammen mit Thomas Scherffig (Gesang) und Norbert Neukamp (Flügel) trage ich Witze, Sketche und Lieder von den 20-er Jahren bis in die frühe Bundesrepublik vor und berichte über die Schicksale einzelner Künstler. Lieder aus dem Widerstand, entartete Musik, Negermusik und jiddische Lieder kommen ebenso zu Gehör wie Durchhaltemusik oder Gassenhauer.
So kann dieser Vortrag durchaus zu einem vergnüglichen Abend werden - wenn einem auch oft das Lachen im Halse stecken bleibt.
Ein Abend zum Mitmachen und Innehalten (WR/WP vom 25. 1. 10)
Führer befiehl, wir tragen die Folgen (WP vom 2. 2. 09)
Als das Witzereißen gefährlich war (WR vom 1. 2. 09)
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